GRÜNDER / KÜNSTLERISCHE LEITUNG
Der Creator
Produzent · Kurator · Der Kopf hinter allen Künstlern
Die Musik hat mich gefunden, bevor ich wusste, was ein Groove ist. Ende der Siebziger: Saturday Night Fever, die Falsettstimmen der Bee Gees, Stayin’ Alive. Earth, Wind & Fire, Kool & the Gang, Stevie Wonder, Chic mit Nile Rodgers’ unverwechselbarer Gitarre und Chaka Khan, die mit I’m Every Woman eine ganze Generation auf die Tanzfläche holte und mit Ain’t Nobody einen Song für die Ewigkeit schuf. Ich habe damals nicht verstanden, was mit mir geschah. Ich weiß nur, dass sich etwas in mir zu bewegen begann. Es hat nie wieder aufgehört.
Dann kam der Funk. P-Funk, James Brown, The Temptations. Michael Jackson, der die Tanzfläche zur Bühne der Welt machte, und vor allem Prince, dieser unvergleichliche Grenzgänger zwischen Funk, Rock und Soul. Basslines, die nicht im Ohr landen, sondern in der Brust. Wer einmal gespürt hat, wie der Oberkörper ganz von selbst auf die Eins geht, weiß, wovon ich spreche. In diesem Moment entsteht eine Verbindung zwischen Mensch und Musik, die niemand erklären muss.
Anfang der Achtziger erreichte der Hip-Hop Deutschland, mit Kurtis Blow im Ohr und den ersten B-Boys auf Linoleum und Pappe. Ich war mittendrin. Dieser Kultur bin ich treu geblieben: Dutzende Male stand ich im Publikum, beim Notorious IBE in Heerlen, beim Battle of the Year, beim Red Bull BC One. Nie als Teilnehmer. Immer als einer, der weiß, was er da sieht.
Zur selben Zeit schrieb New York Clubgeschichte. Larry Levan in der Paradise Garage. Frankie Knuckles, der dieses Wissen nach Chicago trug, ins Warehouse, das der House Music ihren Namen gab. Von dort führt eine gerade Linie zum Ministry of Sound in London, zu Defected und zu Glitterbox. Bis heute stehe ich auf diesen Tanzflächen, beim ADE in Amsterdam, beim Reeperbahn Festival in Hamburg. Und bis heute geht der Oberkörper mit.
Die Neunziger gehörten den großen Stimmen. R&B wurde elegant, warm und unwiderstehlich, getragen von Produzenten, die ein ganzes Jahrzehnt formten: L.A. Reid und Babyface, Jimmy Jam und Terry Lewis. So hatte jede Dekade ihre eigenen Höhepunkte und ihre eigene Richtung. Ich habe sie alle mitgenommen.
Ich habe Musik nie nur gehört. Ich wollte verstehen, wie sie entsteht. Bandmaschinen und große Mischpulte, als ein Schnitt noch mit der Klinge im Schneideblock gesetzt und das Band von Hand geklebt wurde. Dann die Digitalisierung: die ersten MPCs und Beatmaking-Maschinen, Native Instruments, Cubase, Logic Pro, Ableton Live. Jede neue Generation von Werkzeugen hat mein Handwerk erweitert. Keine hat es ersetzt.
Heute bin ich über sechzig und gehe mit der Zeit, wie ich es immer getan habe. Beruflich komme ich aus E-Commerce und Social Media, Technik war für mich nie ein Gegner, sondern ein Instrument. Wir arbeiten immer auf dem aktuellen Stand der Technik und nutzen die Werkzeuge, die uns das Leben in die Hand gibt. Es war nie ein Entweder-oder. Es ist immer ein Sowohl-als-auch.
In jedem Künstler dieses Labels steckt ein Stück von mir. Nicht alles ist genau so passiert, wie es erzählt wird. Aber es ist so, wie ich die Welt sehe. Wer einmal auf einer Tanzfläche die Augen geschlossen hat, wird es wiedererkennen.
Dieses Label ist kein Geschäftsmodell und keine Bewerbung für eine Weltkarriere. Es ist der Versuch, ein Leben in Musik zu gießen: meine Sicht auf die Dinge, meinen Geschmack, die vielen Facetten der Musik, die ich liebe. Vielleicht gibt es irgendwo da draußen ein paar Menschen, die ähnlich fühlen. Die bei dem einen oder anderen Song spüren, was gemeint ist, ohne dass es jemand erklären muss. Wenn daraus eine kleine musikalische Gemeinschaft wächst, ist alles erreicht, was ich mir wünsche.
Irgendwann, zwischen Smartphone, Second Screen und den stillen Jahren der Pandemie, haben viele Menschen vergessen, was auf einer Tanzfläche passiert. Dass man dort nicht filmt, sondern fühlt. Dass Fremde für ein paar Minuten zu einer Einheit werden, nur weil derselbe Bass durch alle hindurchgeht. Diese Erfahrung zurückzubringen, ist einer meiner größten Wünsche.
Am Ende bleibt eine Frage: Was ist eigentlich Glück? Glück hat viele Gesichter, und die meisten davon gehören nicht auf diese Seite. Hier geht es um eine einzige Facette: das Glück, das Musik schenkt. Für mich ist es der Moment, in dem der Groove einsetzt und die Gedanken leiser werden. Wenn der Körper sich bewegt, bevor der Kopf entscheidet. Wenn ein Fremder neben dir dasselbe fühlt, ohne ein Wort zu sagen. Diesen Moment festzuhalten und weiterzugeben, das ist die ganze Absicht.
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